Hausverkabelung

In Einfamilienhäusern befindet sich der Hausanschluss oft an einer anderen Stelle, als dem gewünschten Aufstellort des Routers. In Mehrfamilienhäusern besteht dieses Problem meist auf jeden Fall.

Für den Leitungsweg zwischen Router/Teilnehmeranschluss und Hausanschluss ist der Eigentümer selbst verantwortlich.
Wir möchten hier auf die zwei gängigen Möglichkeiten der Hausverkabelung eingehen.

Wer in einem denkmalgeschützen Gebäude wohnt oder absolut keinen Weg für die Kabelführung finden kann, kann uns gerne über das Kontaktformular kontaktieren. Vielleicht können wir hier Wege aufzeigen, wie ein Anschluss dennoch möglich ist.

Ethernet

Für die meisten Einfamilienhäuser empfiehlt sich eine Verkabelung mit handelsüblichem Ethernet-Verlegekabel. Dieses kann auch durch Laien problemlos verlegt werden. Auch das crimpen von Dosen oder Steckern ist für Laien mit etwas Geschick durchführbar.

Wer lieber einen Elektriker mit der Montage beauftragt bekommt hier meist auch keine Probleme, da mittlerweile jeder Handwerksbetrieb die Verlegung von Netzwerkkabeln vernünftig beherrscht.

In Mehrfamilienhäusern kann eine solche Verlegung unter Umständen auch stattfinden, wenn man alle ONTs der Wohneinheiten im Keller bündelt. Von dieser Verlegeart raten wir aber meist ab.

Voraussetzungen

Voraussetzung für diese Lösung ist, dass sich in der Nähe der Hauseinführung eine Steckdose für den Medienkonverter (ONT) befindet. Diese Gerät setzt die Lichtsignale aus der Glasfaser in elektrische Signale für das Ethernetkabel um.

Ausgehend vom ONT wird nun ein Ethernetkabel, normgerecht in Leerrohren oder Kabelkanälen, bis zum gewünschten Standort des Routers verlegt.
Um einen sauberen Abschluss an beiden Enden zu gewährleisten, sollte jeweils eine Netzwerkdose gesetzt werden.

Material

Es gibt verschiedene Kategorien von Ethernet-Kabeln. Für die Hausverkabelung sollte ein Verlegekabel der Kategorie CAT.6A oder besser CAT.7 verwendet werden. Diese Kategorien bieten ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Kabel der Kategorie CAT.7 sind bis 10 GBit/s spezifiziert, sodass diese auch in ferner Zukunft ausreichend Kapazität bieten. Zehn Meter CAT.7 Verlegekabel kosten etwa 12 Euro.
Zusätzlich werden noch eine oder zwei Ethernet Dosen für ebenfalls ca. 10 Euro pro Dose benötigt. Da die aktuell gängigen RJ-45 Stecker die CAT.7 Spezifikation nicht erfüllen können und Dosen einfach austauschbar sind, kann guten Gewissens zu Dosen gegriffen werden, die nur mit der Kategorie CAT.6 oder CAT.6A spezifiziert sind.
Zu guter Letzt fehlt noch das Auflegewerkzeug, um das Kabel mit den Dosen zu verbinden.

Beispielhafter Einkaufszettel auf Amazon

Netzwerkdose verbinden

Netzwerkdose anschließen, auflegen & patchen // CAT 7 Kabel an CAT 6a Dose! (YouTube)

Netzwerkdose (UAE-Dose) anschließen /patchen – RJ45 – LAN-Dose (YouTube)

Glasfaser / LWL

Wer beispielsweise eine FRITZ!Box 5491 mit integriertem Medienkonverter nutzen möchte oder Teilnehmeranschlüsse in Mehrfamilienhäusern herstellen muss, für den eignet sich der Aufbau eines Glasfaser-Hausnetzes.

Vorweg sei gesagt, dass diese Art der Verkabelung deutlich mehr Wissen und unter Umständen auch teures Spezialgerät erfordert.

Wir konzentrieren uns in unserem Beispiel auf Mehrfamilienhäuser mit maximal 4 Wohneinheiten, da bei gewerblich betreuten Objekten meist sowieso ein Fachunternehmen beauftragt wird.

Voraussetzungen

Die zu den Wohneinheiten/Teilnehmeranschlüssen (Gf-TA) führenden Glasfaserkabel werden neben dem Glasfaser-Hausanschluss in einem Glasfaser-Gebäudeverteiler (Gf-GV) gesammelt. Dies erlaubt die vollständige Trennung des Hausnetzes vom Glasfasernetz der BBV.
So muss bei Reparaturen oder Erweiterungen am Hausnetz meist kein Techniker der BBV anrücken.

Voraussetzung ist, dass der Leitungsweg zu den Wohneinheiten nicht durch starke Krümmungen und Kanten beeinträchtigt ist. Glasfaserkabel haben je nach Spezifikation einen minimalen Biegeradius den es unbedingt einzuhalten gilt.

Des Weiteren darf das Kabel nicht unter Zug stehen und sollte keinesfalls eingeschoben werden. Bereits belegte Leerrohre, die nur wenig übrigen Platz bieten, sollten aus Gründen der Zuglast gemieden werden.

Es gibt LWL Kabel die noch deutlich robuster sind, diese eigenen sich aber meist aus Kostengründen nicht für die Verlegung in Eigenarbeit.

Material

Es gibt aktuell drei Singlemode-Kabelspezifikationen, die für die Verlegung in Eigenleistung in Frage kommen. Diese unterscheiden sich hauptsächlich im zulässigen Biegeradius:

SpezifikationMinimaler Biegeradius
G.56230mm
G.657.A110mm
G.657.A27.5mm

Trotz der spezifizierten minimalen Biegeradien sollte man diese nicht unbedingt vollständig ausreizen. Wir empfehlen überall einen Biegeradius von 50mm einzuhalten.

Bei der Verlegung von Glasfaserkabeln sind Leerrohre Kabelkanälen vorzuziehen. Das Leerrohr sollte einen Durchmesser von mindestens 10mm besitzen und mit einer glatten Innenseite ohne Riffelung versehen sein. Ein M16 PVC-Rohr erfüllt diese Anforderungen beispielsweise.
Rohrbögen dürfen aufgrund der Zuglast nicht verwendet werden! Um Ecken kann das Kabel „offen“ verlegt werden.

Zum Einziehen von Kabeln sollte stets Kabelgleitmittel (Amazon 9,40 €) verwendet werden. Das erleichtert das Einziehen erheblich und verringert die Zugbelastung auf dem Kabel.

Errichtung der Glasfaserstrecke.

Unkonfektioniertes Kabel

Diese Variante ist die teuerste und eignet sich meist eher nicht für die Verlegung in Eigenleistung.

Ein unkonfektioniertes Glasfaserkabel wird zwischen Gf-TA und Gf-GV verlegt und dann beidseitig mit einem sogenannten Pigtail verspleißt.
Der große Nachteil besteht darin, dass ein Monteuer zum Spleißen des Pigtails auch am Gf-TA arbeiten muss. Das erhöht die Kosten und erfordert im Zweifel einen weiteren Termin in den Wohnungen.

Vorkonfektionierte FTTH-Anschlussbox

Diese Variante eignet sich sehr gut, wenn das Kabel durch Engstellen geführt werden muss oder über längere Distanzen eingezogen werden soll.

Am Ende des Gf-TA ist das Kabel bereits ab Werk mit einer FTTH-Anschlussbox verbunden, mit der der Teilnehmer sein ONT einfach über einen Stecker verbinden kann.
Am anderen Ende ist das Kabel frei und wird am Gf-GV ebenfalls mit einem Pigtail verspleißt.

Der Vorteil ergibt sich daraus, dass ein Monteur die ankommenden Glasfaserkabel nur zentral am Gf-GV spleißen muss. Ein Spleiß zur Verbindung des Gebäudenetzes mit dem Netz der BBV ist an dieser Stelle sogar kostenlos.

Vorkonfektioniertes Kabel

Ist Distanz zwischen Gf-TA und Gf-GV relativ gering und ist ein Leerrohr mit ausreichend großem Durchmesser vorhanden bzw. ein Kabelkanal gut zu erreichen, kann die Verlegung auch über entsprechend langes beidseitig vorkonfektioniertes Patchkabel erfolgen.

Bei dieser Variante ist dann weder am Gf-TA, noch am Gf-GV ein Spleiß notwendig.

Terminierung der Glasfaserstrecke

Am Gf-TA sollte die Strecke stets in einer FTTH-Anschlussbox enden, in der das Pigtail sauber abgelegt werden kann und die dem Teilnehmer die Möglichkeit bietet, sein Glasfaserendgerät entweder mit einem LC/APC oder einem SC/APC Stecker zu verbinden.

In Mehrfamilienhäusern sollte der Gf-GV aus einer Spleißbox bestehen, in der alle ankommenden Glasfaserkabel von den Gf-TAs münden. Für den Anschluss an das Glasfasernetz der BBV sollten LC/APC Kupplungen bereitstehen.
In Einfamilienhäusern ist auch der direkte Anschluss im APL möglich.

Materialbeschaffung

Die Beschaffung und Auswahl der benötigten Kabel und Anschlussboxen kann sich als Privatperson teilweise sehr schwierig bis unmöglich gestalten. Falls hier Probleme bestehen, kann man uns gerne kontaktieren.

Beispielinstallation

Bilder folgen in Kürze.