Warnung vor Telekom-Vertriebspartner „Ranger“

Die Telekom scheint auf die Aktivitäten der BBV im Neckar-Odenwald-Kreis aufmerksam geworden zu sein und versucht nun den drohenden Verlust von potentiell 60 000 Haushalten zu verhindern oder zu verzögern.

Dazu muss man wissen, dass in Deutschland praktisch alle DSL-Produkte über das vom Staat geerbte Telefonnetz der Deutschen Telekom AG vertrieben werden. Neben einigen kleineren lokalen Netzbetreibern mieten sich Telekommunikationsanbieter, wie die 1&1 Telecommunication SE oder die Telefónica Deutschland Holding AG mit ihrer Marke O2, in die Kupfernetze der Telekom ein. Somit verdient die Telekom als Netzbetreiber, an praktisch jedem in Deutschland vertriebenen DSL-Produkt mit.

Da die BBV Deutschland GmbH im Neckar-Odenwald-Kreis unter der Marke „toni“ ein ganz neues Glasfasernetz bis in die Häuser der Endkunden errichten möchte, verdient die Telekom an über dieses Glasfasernetz vertriebenen Produkten gar nichts mehr. Bei 60 000 Haushalten im Neckar-Odenwald-Kreis geht es hier um monatliche Umsätze im Millionenbereich, die die Telekom langfristig zu verlieren droht.

Die im Artikel Schulen ans Netz? Stolperfalle Breitband. angesprochene Ausschreibung des Kreises hat gezeigt, dass die Deutsche Telekom AG, selbst mit staatlicher Förderung im zweistelligen Millionenbereich, nicht willens ist, Glasfaserinfrastruktur im Neckar-Odenwald-Kreis zu errichten und auszubauen.

Um den Markt auch ohne Investitionen zu verteidigen, setzt man nun auf unlautere Methoden und den altbekannten Vertriebspartner Ranger.

Schon in den vergangenen Jahren wurden verstärkt Rentner im Neckar-Odenwald-Kreis von Vertriebsmitarbeitern der Ranger Marketing & Vertriebs GmbH an der Haustüre besucht. Die als Telekom-Techniker getarnten Vertriebler versuchen mit teils von Drückerkolonnen bekannten Methoden ihre Opfer zu einem Tarifwechsel in deutlich teurere Tarife zu überreden.

Nun weitet die Telekom diese Aktivitäten kreisweit aus, um für ihr „Glasfasernetz“ zu werben. Der Nachteil daran ist, dass die Telekom im Neckar-Odenwald-Kreis gar kein Glasfasernetz besitzt, welches bis in die Häuser der Endkunden reicht. Stattdessen hat man mit staatlichen Fördergeldern ein FTTC Netz ausgebaut, bei welchem die Verteilerkästen am Straßenrand per Glasfaser an größere Netzknoten angebunden sind. Die letzte Meile bis zum Kunden wird aber nach wie vor über die zweiadrige Telefonkupferleitung bedient. Und eben jene hat ihre Kapazitätsgrenze mit maximal 250 Mbit/s im Download auf sehr kurzer Distanz und maximal 50 Mbit/s im Upload erreicht.

Um den Ausbau einer echten Glasfaserinfrastruktur durch die BBV zu torpedieren, versucht man nun möglichst viele Menschen, von einer Vertragsunterschrift bei der BBV abzuhalten, indem man das eigene veraltete Kupfernetz als zukunftsfähiges Glasfasernetz verkauft.

Die Rhein-Neckar-Zeitung hat dem Thema einen ausführlichen Artikel gewidmet: Telekom-Vertriebspartner mit teils dreisten Maschen.

Wer also unerwarteten Besuch von „Telekom-Technikern“ erhält sollte sich erst gar nicht auf ein Gespräch einlassen. Es empfiehlt sich besonders ältere Verwandte und Bekannte vor dieser Masche zu warnen, da gerade diese Altersgruppe besonders anfällig für Haustürgeschäfte ist.

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